Not a bitch – so far (und anderes)!

Wer hätte das gedacht, wer hätte das gedacht. Die unendliche Geschichte des (gemeinen) Raucherraumes, wie zutrefflich >>> hier und >>> dort beschrieben, scheint im Moment vorerst, die Betonung liegt auf vorerst, ein temporäres, also ein vorläufiges (was dann das Wort vorerst nochmals unterstreicht), Ende gefunden zu haben. Die studentischen Schmutzfanatiker (einfach auch Drecksäue genannt) scheinen die Contenance wiedergefunden zu haben, oder aber lehnen sie es ab, sich mit einer Hausmeisterin anzulegen, die zwar in ihrem Herzen unendliche Liebe trägt, auf der anderen Seite jedoch nicht davor zurück schreckt, eben mal zur Bitch zu werden, was sie im Falle des Eintretens allerdings zutiefst stören würde. Kurzum: Der Raucherraum lebt und atmet noch – bald glänzt er in leuchtender Frische.

Aber wie immer im  Leben, das Unheil lauert schon an anderer Stelle – Stichwort Küche! In F-undre beginnt Es langsam, sicher erst fast zur Gänze unbemerkt, eigentlich heimlich still und leise, wieder zu leben, also etwas, z.B. in den Spülbecken. Es lebt aber auch gern und ungeniert in vergessenen Pfannen und Töpfen. Zeit sein Feind nicht zu seien scheint, ganz und gar nicht, denn was vergessen, steht eben rum, die ganze Zeit. Einfacher könnte man auch meinen: Business as usual. Oder auf Deutsch, wir sind ja flexibel: Immer derselbe Mist.

Da ist es doch löblich, daß man berichten kann und darf, daß Schneeflocken langsam und sachte, sozusagen als Gegenargument, vom Himmel herunter segeln, so daß wir, wenn man vom Studentenwohnheim mal absieht, hier in Falun vor uns hinwintern können, was auch inkludiert, daß die Eiszapfen wachsen, ich selber zu lernen habe und die Enten hier und da am Eise festfrieren, woran sie allerdings selber schuld sind, denn wer es vermag, den ganzen Tag seinen Kopf ins Gefieder zu stecken und dem Schlafen zu frönen, und somit durch die nicht vorhandene Bewegung das Einkreisen des Eises einfach hinnimmt, der hat dann folglich auch ein Problem, was dann arg gegen den Baum gehen kann – futsch wäre wohl eine feine Umschreibung, den Arsch am Eise zugekniffen die etwas deutlichere. Darüber hinaus, neben all den Problemen und Schneeflocken, durfte ich heute mit leichter Überraschung, innerlich kochend, und durchaus auch mit Erstaunen feststellen, daß der moderne Sklavenhalter und imperialistische deutsche Lebensmittel-Tiefst-Preis-Supermarkt LIDL den Preis für Tiefkühlgemüse angehoben hat, wie z.B. beim Broccoli, letzte Woche noch 12,99 SEK das Kilo, heute 17,99 SEK das Kilo. Natürlich mußte ich ausgerechnet heute auf die Idee kommen, mal etwas Gemüse essen zu wollen. Zwar mundete dieses wunderbar in Kombination mit deutschen Minutensteaks und schwedischen Kartoffeln, allerdings liegt das Ganze nun auf Grund des schmerzlichen Preises schwer, sehr schwer im Magen, und braust zudem meine Seele auf, die soeben beschließt, dem Ärger durch einen Abbruch des Schreibens, sozusagen eine Anti-Haltung (nennen wir es doch einfach Protest) zeigend, Luft zu machen, freilich jedoch nicht ohne einen Gruß an die Welt da draußen zu hinterlassen. AUS.

Eis(wuchs) gereift.

Die Zeit rennt und rennt, und vielleicht kann sich ja jemand an diese Bilder vom November letzten Jahres erinnern:

Und nun, fast drei Monate später, nach unzähligen Schneeflocken und frostigen Nächten, teilweise jenseits der 20 Grad unter null, hat sich unser Springbrunnen vor der Hochschule zu einem Turm aufgebaut, er ist gereift, sozusagen. Denn läuft er doch Tag und Nacht weiter, eine Pause wird ihm nicht gegönnt, so daß Väterchen Frost für ein kleines eisiges Kunstwerk sorgen kann, und wenn man dem Wetterbericht einmal Glauben schenken darf, so ist hier noch lange nicht Schluß, kalt soll es bleiben, einfach nur kalt. So ist durchaus damit zu rechnen, daß folgendes noch nicht das Ende der Fahnenstange ist, wir werden das einfach mal aussitzen, oder auch ausfrieren, wie man es eben sieht …

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Jag älskar snö!

Genau. Die Bedeutung der Überschrift bedarf wohl keiner Erklärung oder gar Übersetzung, wenn doch, man schaue sich einfach die Fotos an. Denn, neben dem Lesen von amerikanischer Literatur aus den Anfängen Amerikas (wobei nun zu klären wäre, was der Anfang eigentlich ist – die Ankunft der Spanier oder die Höhlenzeichnungen der Indianer?), habe ich mich heute doch recht zeitig aus dem Bett gehievt – nach einer kurzen Nacht. Schneefälle ohne Ende führten nämlich in selbiger dazu, daß ich anstatt gegen halb drei erst gegen vier Uhr morgens zu Hause war, der Nachtbus von Borlänge nach Falun kam einfach nicht durch. Aber damit kann man ja leben, er fuhr wenigstens, er fuhr wenigstens. Außerdem hat der Blick von drinnen nach draußen begeistert und entschädigt, Schnee ist eben einfach nur herrlich anzusehen. Finde ich jedenfalls. Und genau deswegen bin ich dann heute mittag auch wieder durch ihn gehüppt. Was hier und dort aber schwierig war, auf ungeräumten Wegen und Pfaden messen wir inzwischen mehr als einen halben Meter, und der Wetterbericht macht Hoffnung, daß noch mehr runterkommt, von dem Weißen. Es soll nämlich vorerst bis Donnerstag weiterhin schneien, bei Temperaturen zwischen minus fünf und minus fünfzehn Grad. Nun sagt der eine oder andere sicherlich, wie widerlich kalt das doch wäre, hier in Falun nimmt man das jedoch als erfrischend und die Laune hebend an. So sieht das aus, lieber Leser. Und nun genug geschwafelt, The Scarlet Letter wartet auf mich, ausreichend der Faulheit gefrönt. Schließlich haben Studenten ja viel zu viel Freizeit, nicht wahr? So wünsche ich noch einen angenehmen Restsonntag, einen juten Start in die neue Woche, und verpfeife mich nun, die Bilder im Schlepptau.

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